Wie aus Verzicht großes entsteht

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Diese Missstimmung seines Gastes blieb dem Patron des Hauses, Giuseppe Cipriani, nicht verborgen. Auf seine entsprechende Frage hin klagte ihm die Gräfin ihr Leid, was Cipriani umgehend dazu veranlasste, in die Küche zu eilen und für die Comtessa ein Gericht zuzubereiten, dessen Name bekannter werden sollte als jener der auf Diät gesetzten Adligen: das Carpaccio.

Für seine neue kulinarische Kreation verwendete Meister Cipriani rohes Rindfleisch bester Qualität, das er hauchdünn aufschnitt. Zu den Fleischscheiben servierte er der Gräfin Mocenigo eine Mayonnaise-Sauce bestehend aus Olivenöl, Eigelb, Weißweinessig, Kapern, Worcestershiresauce, etwas Zitronensaft und Milch, die er mit Salz und weißem Pfeffer abgeschmeckt hatte. Der Legende nach soll der adligen Stammkundin Ciprianis seine „Erfindung“ wohl gemundet haben.

Dennoch erkor der maestro della cucina nicht die Contessa als Namensgeber für seine kohlehydratarme Vorspeise aus, sondern den venezianischen Renaissance-Maler Vittore Carpaccio. In dessen Werk haben die Farben weiß und rot eine gewisse Dominanz, was Cipriani an sein neues Gericht erinnert und deshalb dazu bewegt haben soll, den Meister des Pinsels mit dem neuen Meisterwerk der italienischen Küche in Verbindung zu bringen.

Inzwischen wird der Begriff Carpaccio – sehr zu Leidwesen der Küchen-Puristen – auch für andere sehr dünn geschnittene Speisen benutzt, wie etwa Fisch oder Gemüse. Auch, was die Zutaten anbetrifft, laufen inzwischen etliche Rezepte unter dem Namen Carpaccio – allerdings zu Unrecht. „Harry’s Bar“ kam übrigens nicht nur wegen dieses Fleischgerichts zu Ruhm – auch Ernest Hemingway verewigte den Künstler- und Literatentreff in einem seiner Romane.

Carpaccio einmal anders: Gebratener Tofu auf Tomatencarpaccio

Zutaten (für 2 Personen)

  • 200 g Tofu
  • 2 EL Rapsöl
  • 2 EL Basilikum
  • 2 Salatherzen
  • 400 g Tomaten
  • 1 EL Olivenöl
  • schwarzer Pfeffer
  • Salz

Zubereitungszeit

15 min + 2 h Marinierzeit

Zubereitung

  • Tofu in ca. ½ cm dicke Scheiben schneiden. 
  • Basilikum waschen, trocken tupfen und hacken. Mit dem Rapsöl mischen und den Tofu darin für ca. 2 Stunden einlegen. 
  • Salatblätter vom Strunk lösen, waschen und trocken tupfen. 
  • Tomaten waschen, Stielansatz entfernen und in Scheiben schneiden. 
  • Auf 2 Tellern zunächst die Salatblätter, darauf dann die Tomatenscheiben verteilen. Mit Pfeffer und Salz würzen. Das Olivenöl darüberträufeln. 
  • Die Tofuscheiben in dem Öl, in dem sie eingelegt waren, in einer Pfanne braten, mit frischem schwarzem Pfeffer und etwas Salz würzen und auf den Tomatenscheiben anrichten.

Nährwert

1 Portion enthält ca. 220 kcal und 0 BE

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