Vom Bubenstreich zum gesunden Klassiker: Risotto alla milanese

© Studio Gi – stock.adobe.com

Um den Ursprung eines der klassischen Gerichte der Küche Italiens ranken sich verschiedene Anekdoten. Welche davon der Wahrheit am nächsten kommt – wen interessiert es? Am häufigsten wird das Risotto alla milanese, von dem hier die Rede ist, einem Lehrling zugeschrieben, der seinem Meister einen Streich spielen wollte. Beide arbeiteten der Legende nach am Mailänder Dom, genauer gesagt an dessen Chorfenstern. Um die Heiligenscheine der darauf abgebildeten Personen schön golden leuchtend zu gestalten, verwendeten die Glasmaler als Farbstoff das Gewürz Safran.

Warum sich der Lehrling über seinen Meister ärgerte, ist nicht genau überliefert. In dieser Konstellation kommt es ja schon mal zu Reibereien. Jedenfalls beschloss der mittelalterliche Azubi, seinem Lehrherrn eins auszuwischen, indem er in den Reis, der für das Hochzeitsmahl des Meisters Tochter vorgesehen war, Safran mischte. Hätte der junge Mann geahnt, dass er damit eine der bis heute traditionsreichsten italienischen Speisen kreierte … Denn der an sich mutwillig „verdorbene“ Reis erfreut sich bis heute größter Beliebtheit – und das beileibe nicht nur in Mailand und Umgebung.

Prosaischer kommen dagegen die Entstehungsgeschichten des Risotto alla milanese daher, die es als im Mittelalter der Fastenzeit entsprungene Speise beschreiben oder darauf verweisen, dass reiche Zeitgenossen der damaligen Zeit ihr Essen gern im wahrsten Wortsinn vergoldeten. Denn das „Metall des Lichts“ ist eines der ältesten Arzneimittel in der Geschichte der Menschheit und wer es sich im Mittelalter leisten konnte, ließ seine Speisen mit dem Edelmetall gesundheitlich aufwerten. Weniger Betuchte dagegen versuchten, mit Safran wenigstens den Schein der gesunden Küche zu wahren.

Dabei gehört der stärkehaltige Reis an sich schon zu einer gesunden Ernährung dazu und kann mit seinem hohen Sättigungseffekt auch beim Abnehmen helfen. Denn er enthält kein Fett, dafür aber Protein. Und er wirkt entwässernd. Besonders lecker – und auch gesund – ist Reis, wenn er mit frischen Zutaten, wie etwa Gemüse, angereichert – oder eben als Risotto alla milanese zubereitet wird. Dafür sollte man sich dann auch den originalen Risottoreis gönnen, der vorwiegend in Norditalien angebaut wird. Denn er verleiht diesem Klassiker der Reisgerichte seine typische Cremigkeit.

Zurück