Ingwer, die scharfe Wunderknolle

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Den einen ist er viel zu scharf. Andere wiederum, wie etwa der bekannte Koch und Gastronom Alfons Schuhbeck, glorifizieren die Pflanze geradezu wegen ihrer vielfältigen Vorteile beim Kochen sowie für unser Wohlbefinden. Das Objekt der unterschiedlichen Geschmäcker ist der Ingwer. Das knollenartige Gewächs wird in seiner Heimat Asien schon seit mehr als 3.000 Jahren als Gewürz und Heilmittel gleichermaßen geschätzt. Hierzulande hat sich die scharfe Knolle inzwischen ebenfalls wieder als Bestandteil der „Hausapotheke“ wie auch als pikanter Küchenbestandteil etabliert, nachdem die Pflanze für längere Zeit nahezu in Vergessenheit geraten war.

Wenn wir über Ingwer reden, geht es meist um den sogenannten Wurzelstock, der an ein knolliges Geweih erinnert. Das Innere dieser Verzweigungen mit hellbrauner Rinde ist hell-gelb und faserig. Dort finden sich jene Wirkstoffe, die im Wesentlichen den gesundheitlichen Nutzen der Pflanze ausmachen. Dazu gehören zum einen ätherische Öle, aber insbesondere auch die „Scharfmacher“ Gingerole und Shogaole. Für die Schärfe des Ingwers sind vor allem die Gingerole verantwortlich. Sie haben eine ähnliche Wirkung wie Acetylsalicylsäure, das heißt sie helfen bei leichten Schmerzen. Deshalb wird Ingwer auch als „natürliches Aspirin“ bezeichnet. Außerdem wirken die Gingerole entzündungshemmend. Aus diesem Grund lässt sich Ingwer auch erfolgreich zur Therapie entzündungsbedingter Gelenkschmerzen einsetzen.

Darüber hinaus bewirken die scharfen Inhaltsstoffe des Ingwers, dass der Körper vermehrt Verdauungsenzyme ausschüttet. Daher hilft die Knolle gut bei Erkrankungen des Magen-Darm-Bereichs, bei Übelkeit, Brechreiz und auch bei Reisekrankheit. Bekannt ist zudem die heilsame Wirkung des Ingwers bei Erkältungserkrankungen und Grippe. Dabei trägt die Pflanze ebenfalls zur Linderung von Schmerzen bei. Außerdem ist Ingwertee ein wirksames Hausmittel zum Schleimlösen. Da Ingwer obendrein das Immunsystem stärkt, kann die Pflanze auch wirkungsvoll zur Vorbeugung von Erkältungen verwendet werden.

Damit nicht genug stärkt die „Wunderknolle“ zudem Herz und Kreislauf. Hier kommen wiederum die „Scharfmacher“ ins Spiel, welche die Durchblutung fördern. Zusätzlich soll sich Ingwer positiv auf den Cholesterinwert auswirken, wie Studien herausfanden. Auch unter diesen Aspekten drängt sich Ingwer also als Bestandteil der täglichen Ernährung geradezu auf – über seine Meriten als Gewürz hinaus. Dies gilt insbesondere auch für Menschen, die ihr Gewicht reduzieren oder es in einem definierten Rahmen halten wollen. Denn Ingwer lässt sich sehr gut in Diätpläne integrieren: Ingwertee vor dem Essen oder Ingwer im Essen stimuliert nämlich die Bauchspeicheldrüse. Dadurch verdaut der Körper die Nahrung viel besser und die Fettverbrennung wird in Schwung gebracht. Hierbei ist besonders zu beachten, dass die Inhaltsstoffe des Ingwers das Körpergewicht nicht durch das Ausscheiden von Wasser senken, sondern eben durch das Ankurbeln der Fettverbrennung.

Untersuchungen bescheinigen dem Ingwer sogar, gegen Krebs zu helfen, indem die Pflanzenstoffe nicht nur dem Entstehen von Krebszellen vorbeugen, sondern solche auch eliminieren. Und nicht zu vergessen: Wissenschaftler konnten nachweisen, dass Ingwer dem Absterben von Gehirnzellen entgegenwirkt und somit vor Krankheiten wie Alzheimer schützt.

Die Aufzählung der wohltuenden und gesundheitsfördernden Wirkungen des Ingwers ließe sich noch weiter fortsetzen. Doch sie soll an dieser Stelle mit einem letzten Hinweis zu den „Scharfmachern“ in der Knolle beendet werden: Ingwer wird insbesondere in seiner asiatischen Heimat auch Wirksamkeit als Aphrodisiakum nachgesagt.

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