Grünkohl: Superfood von alters her

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Wenn die „ollen“ Griechen und Römer den modernen Begriff „Superfood“ gekannt hätten, wäre dieser dem Grünkohl schon damals sicher gewesen. Denn bereits in der Antike hatte der Kohl seinen festen Platz auf der Speisekarte, weil er schmackhaft und gesund ist. Für den römischen Senator Cato, der nicht zuletzt durch sein Plädoyer für die Zerstörung der nordafrikanischen Handelsmetropole Karthago bekannt ist, stellte der Kohl gar eine Allzweckwaffe gegen körperliches Unwohlsein dar, wie er in seiner Schrift „de agri cultura“ (über die Landwirtschaft) um 150 v. Chr. festhielt. Zudem galt Kohl im alten Rom als Delikatesse. Der griechischen Sage zufolge wuchsen Kohlpflanzen übrigens erstmals aus den Tränen eines Prinzen, der bei den Göttern in Ungnade gefallen war und von ihnen schmerzhaft bestraft wurde.

Aber auch in nördlicheren Gefilden war Kohl bald als klassisches Wintergemüse geschätzt. Im Mittelalter gab es in norddeutschen Städten sogar große Kohlmärkte. Und alte Urkunden etwa aus Oldenburg weisen aus, dass dort Grünkohl mehrmals wöchentlich verzehrt wurde. In Bremen gehört ein öffentliches Grünkohlessen seit 1545 zur Tradition.

Was die Menschen früher aus der Erfahrung ableiteten, hat die moderne Wissenschaft unterdessen bestätigt: Grünkohl ist eine der gesündesten Gemüsearten insgesamt und weist gleichzeitig nur wenig Kalorien auf. Und was hat der Grünkohl so zu bieten? Reichlich Vitamin A, E und K, mehr Vitamin C als eine Zitrone, doppelt so viel Eiweiß wie Blumenkohl, wichtige Mineralstoffe wie Eisen, Kalium und Magnesium sowie sekundäre Pflanzenstoffe und Antioxidanzien. Zudem enthält Grünkohl Folsäure, die zur Blutbildung und Versorgung der Körperzellen mit Sauerstoff erforderlich ist. Nicht zu vergessen: Grünkohl ist reich an Ballaststoffen und Eisen.

Die Liste der positiven Wirkungen des Grünkohls auf das Wohlbefinden kann sich dementsprechend ebenfalls sehen lassen: Er stärkt das Immunsystem, schützt Knochen und Zähne, stärkt die Sehkraft, hilft gegen Krebs und Entzündungen, entgiftet den Darm und unterstützt die Verdauung. Außerdem soll Grünkohl mehr als anderes Gemüse einem frühzeitigen Altern entgegenwirken.

Vor diesem Hintergrund erstaunt es nicht, dass schon Cato im Kohl eine Art Allheilmittel sah. Heute wird Grünkohl klassisch als Gemüse zu geräuchertem Fleisch, Würstchen und Kartoffeln serviert. Doch die Kohlsorte lässt sich auch gut in Suppen, Eintöpfen und als Salat anrichten. Wie auch immer: die Vitaminbombe Grünkohl wird selbst durch längeres Kochen nicht „entschärft“!

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