Frankfurter „Grie Soß“ – der Kick gegen Frühjahrsmüdigkeit

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Ihre Herkunft ist umstritten, doch inzwischen gehört sie zu den Lebensmitteln mit einer von der EU „geschützten Herkunftsbezeichnung“. Geht nicht? Von wegen! Die Frankfurter Grüne Soße stammt, je nach dem, wen man fragt, von Goethes Mutter, von den Römern, aus dem Orient oder von den französischen Hugenotten. Und tatsächlich sind in all diesen Gegenden grüne Soßen bekannt, die allerdings in ihren Rezepturen nuancieren. Wahr ist wohl auch, dass der Dichterfürst die „Grie Soß“, wie sie im hessischen Volksmund heißt, sehr schätzte. Ob er sich allerdings später die geliebte, von Muttern zubereitete Soße auch mit der Postkutsche nach Weimar bringen ließ, wie es gerüchteweise überliefert wird, ist nicht belegt.

Lässt man die Folklore beiseite, dann könnte die grüne Soße historisch gesehen ihren Weg aus dem Orient über Rom und französische Küchen nach Deutschland genommen haben. Dafür dürften zum einen Händler gesorgt haben. Zum anderen siedelten sich Hugenotten, die im 17. Jahrhundert wegen ihres protestantischen Glaubens aus Frankreich vertrieben wurden, im Süden Frankfurts an. Und die hessische Metropole gab der Soße in der Form, wie sie jetzt vom EU-Patentamt geschützt ist, ihren Namen.

Die Frankfurter Grüne Soße gilt als ein typisches Frühlingsgericht. Ihre wesentlichen Bestandteile sind Sauerrahm und frische Gartenkräuter. Von Letzteren sind es sieben, die von Puristen für die „Grie Soß“ gefordert werden: Borretsch, Kerbel, Kresse, Petersilie, Pimpernelle, Sauerampfer und Schnittlauch. Sie alle werden „seit ewigen Zeiten“ im Frankfurter Stadtteil Oberrad großräumig angebaut und nur Kräuter mit dieser Herkunft machen aus einer gemeinen Kräutersoße eine original Frankfurter „Grie Soß“. So sieht es zumindest der „Verein zum Schutz der Frankfurter Grünen Soße“, der die traditionelle regionale Spezialität vom EU-Patentamt mit der Herkunftsbezeichnung „geschützte geografische Angabe“ adeln ließ. Damit befindet sich die „Grie Soß“ nun seit März 2016 in der vornehmen Gesellschaft unter anderem von französischem Champagner und Parmaschinken.

So bedeutend wie für das Rezept, so wichtig ist die Kräutermischung der Grünen Soße auch für ihre wohltuende gesundheitliche Wirkung. Wie viele Frühlingskräuter geben auch diese Zutaten dem Körper Energie und Power, um im Frühjahr „durchzustarten“. Dafür sorgen die zahlreichen Vitalstoffe in den Kräutern. Insbesondere die Kombination von Eisen und Vitamin C ist als ein regelrechter Kick gegen die Frühjahrsmüdigkeit bekannt.

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