Vom Medizinball zum Speedball: Fitness für jedermann

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Bis heute gehört für viele Menschen der Medizinball zu den unschönen Erinnerungen an die Schulzeit. Denn im Sportunterricht mussten sie sich mit dem Lederball herumquälen, häufig in den wechselnden Übungen des sogenannten Circuit-Trainings. Auch wenn die wenigsten daran Spaß hatten, die Übungen mit dem Medizinball gehören immer noch zu den unbestritten wirkungsvollsten Trainingsmethoden, da dabei sehr viele Muskelgruppen gefordert werden. Nicht zuletzt deshalb trainieren auch heute noch Leistungssportler, wie etwa Football-Profis, mit dem Medizinball.

Unterdessen findet nun ein anderer Ball als Trainingsgerät zunehmend Freunde in der Fitnessszene, der sogenannte Speedball. Keine Sorge, gemeint ist nicht die gefährliche Droge. Unser Speedball ähnelt einem normalen Basketball. Er wiegt in der leichtesten Ausführung rund ein Kilogramm und ist damit schon fast doppelt so schwer wie das Sportgerät der „Korbballer“. Fortgeschrittene Speedballer können sich auch an zwei oder sogar bis zu vier Kilo schweren Exemplaren abarbeiten, doch anfangs ist die leichtere Version fast immer schon mehr als genug.

Als Erfinder des Speedball-Trainings gilt ein amerikanischer Fitnesstrainer, der typische Bewegungen aus dem Box- bzw. Kampfsporttraining, aus Basketball und Rugby mit klassischen Medizinball-Übungen kombinierte. Diese Komposition reicherte er dann noch mit schweißtreibenden Tanzbewegungen an, im Szenejargon auch „dance moves“ genannt, und fertig war ein neues intensives Work-out-Programm, das sich inzwischen von New York aus in den Fitnessstudios der Welt immer mehr durchsetzt. Denn Speedball gilt als eine der effektivsten Methoden, um etwas für Muskulatur und Kondition zu tun. Gleichzeitig wird die Fettverbrennung im Körper massiv stimuliert.

Zu Beginn des Speedball-Trainings lässt man sich die verschiedenen Übungen mit der kleinen Ausführung des guten, alten Medizinballs und die Grundbewegungen von einem Coach erklären. Danach kann es dann zur Musik losgehen. Das Training umfasst klassische Gymnastikbestandteile wie Kniebeugen und Ausfallschritte, Kickbox-Elemente sowie Übungen mit dem Ball, etwa als würde man ihn auf einen imaginären Basketballkorb werfen. Dieses Training fordert den ganzen Körper. Der Lohn des Einsatzes: Verbesserung der Ausdauer, Stärkung des Herz-Kreislauf-Systems und der Muskeln, Abbau überzähliger Pfunde, Stressabbau, allgemeine Steigerung des Wohlbefindens.

Ein wesentlicher Vorteil des Speedball-Programms besteht zudem darin, dass sich die Trainingsintensität ganz leicht an den jeweiligen Konditions-Status der Trainierenden anpassen lässt. Somit eignet sich Speedball für Fitness-Fans jeden Alters. Etliche Fitnessstudios bieten daher auch Speedball-Kurse speziell für Senioren an. Aufgrund des geringen Verletzungsrisikos müssen sich Speedball-Sportler deshalb auch nur Gedanken über den Muskelkater machen, der ihnen anfangs drohen kann. Die Fortschritte bei der allgemeinen Fitness kommen dann mit dem Training. Und wer auf Studio keine Lust hat, kann die Speedball-Übungen auch daheim weiter ausführen, wenn diese erst einmal erlernt sind.

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