Schwitzen für das Wohlbefinden – ab in die Sauna!

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Das Ende eines jeden Jahres bedeutet in unseren Breiten nicht nur Adventszeit und nahende Weihnachten, sondern leider auch Erkältungszeit. Dann haben die Vorbeugungstipps und -versuche gegen Husten, Schnupfen, Kopfweh etc. Hochkonjunktur: Die einen greifen vermehrt zu Vitamin C, andere setzen besonders viel Obst und Gemüse auf die Speisekarte und wieder andere versuchen, ihr Immunsystem durch spezielle Tees zu stimulieren. Als eine besonders wirksame Methode gegen Erkältungs- und Grippeerreger gilt das Saunieren: Denn regelmäßige Saunabesuche machen das körpereigene Abwehrsystem richtig fit. Gleichzeitig kann man in der „Schwitzbude“ sozusagen im Liegen Herz und Kreislauf trainieren sowie erfolgreich entspannen.

Genau diese Gründe haben die Sauna auch in Deutschland inzwischen sehr beliebt werden lassen. Zwar erreichen wir bei Weitem noch nicht finnische Verhältnisse, wo in nahezu jedem Haus, auch in Mietshäusern sowie in vielen Firmen eine Sauna zu finden ist. Oder in Zahlen ausgedrückt: In Finnland, dem vielfach die Erfindung der Sauna zugeschrieben wird, kommen auf rund fünf Millionen Einwohner knapp eine Million Saunen. Dort hat das Schwitzen tatsächlich eine lange Tradition.

Aber nicht nur dort! Schon die Steinzeitmenschen sollen primitive Schwitzbäder gekannt haben, die alten Griechen liebten ihre Dampfbäder und auch die Römer kamen später auf den Geschmack des Schwitzbades. Im Mittelalter dann wurden in weiten Teilen Europas unter dem Einfluss der Kirche Dampfbäder, aber auch die öffentlichen Bäder als sündhaft verboten – wegen der Nacktheit der Badenden. Nur die Finnen blieben ihrer Sauna treu. Doch nicht nur sie, insgesamt nutzen die Skandinavier die Sauna bereits seit rund 2500 Jahren, um ihren Körper zu reinigen und sich zu erholen.

Die positiven Effekte des Schwitzens haben sich auch bei uns längst herumgesprochen, sodass Deutschland inzwischen ebenfalls als ein Saunaland gelten darf – sehr zur Freude der Mediziner, denn die Sauna gilt als ausgesprochen förderlich für Gesundheit und Wohlbefinden. Die hohen Temperaturen bringen Herz und Kreislauf auf Trab, sie fördern die Durchblutung der Haut und mit dem Schweiß werden Giftstoffe und überschüssiges Kochsalz aus dem Körper gespült. Zudem wird der Stoffwechsel angeregt und das Immunsystem gestärkt. Das hat langfristig sehr positive Auswirkungen auf die Gesundheit. Außerdem sorgen Saunabesuche für angenehme Entspannung und können so Reizbarkeit oder Schlafstörungen entgegen wirken. Viele passionierte Saunagänger berichten, dass das Schwitzen ihnen zu einer allgemein positiven Stimmung verholfen habe.

Die eingangs erwähnte Stärkung des Immunsystems durch die Schwitzsitzungen funktioniert übrigens so: Durch die Hitze in der Sauna steigt auch die Körpertemperatur um ein bis zwei Grad an. Dadurch wird das körpereigene Immunsystem dazu gebracht, mehr Abwehrstoffe zu bilden – ähnlich wie beim Fieber. Der nachfolgende Kältereiz nach jedem Saunadurchgang, durch Abkühlung im Freien oder eine kalte Dusche, bringt dann für das angenehme Gefühl der Entspannung und Müdigkeit. Deshalb sollte sich an jeden Saunadurchgang eine richtige Ruhephase anschließen, die möglichst ebenso lang ist wie der vorherige Aufenthalt in der Schwitzhütte.

So gesund die Sauna grundsätzlich auch ist, für Menschen mit chronischen Erkrankungen, mit Bluthochdruck, Herzproblemen etc., empfiehlt es sich jedoch, vor dem Saunieren das ärztliche Okay einzuholen. Akut Erkrankte mit Erkältungen, Entzündungen oder Fieber gehören definitiv nicht in die Sauna.

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