Nordic Walking: Richtig betrieben das ideale Ganzkörpertraining

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Nordic Walking ist eine der beliebtesten Sportarten in Deutschland, gilt als eine der gesündesten – erweist sich aber leider vielfach auch als eine der problematischsten, wenn die Technik dabei nicht stimmt. Grundsätzlich hat sich Nordic Walking mit Recht den Ruf der idealen Sportart für Einsteiger erworben. Denn durch das schnelle Gehen mit Stöcken wird das Herz-Kreislauf-System gestärkt, man trainiert die Muskulatur von Oberkörper sowie Beinen und bringt die Fettverbrennung in Schwung. Doch wenn die Bewegungen beim Nordic Walking nicht richtig ausgeführt werden, gibt es nicht nur keinen positiven Fitness-Effekt, sondern es drohen im Gegenteil Schädigungen der Gelenke.

Nordische Geher werden mitunter belächelt, weil man ihre Sportart nicht ernst nimmt. Aber Hand aufs Herz: Bei einigen dieser nordischen Geher hat man auch weniger das Gefühl, dass sie Sport treiben, als vielmehr den Eindruck, dass lustlosen Spaziergängern – aus welchem Grund auch immer – ein Paar Stöcke mitgegeben wurden, die sie nun widerwillig mit sich durch die Landschaft „schluren“. So geriet diese Sportart auch als „Senioren-Sport“ in Verruf. Dabei steckt hinter Nordic Walking ursprünglich die Absicht, Wintersportlern wie Langläufern, Biathleten oder nordischen Kombinierern eine effektive Trainingsmethode für die schneefreie Zeit anzubieten.

Daher kommt auch der Name: „Nordic“, weil aus Skandinavien, genauer aus Finnland stammend, wo zwei Sportstudenten der dort bereits lange bekannten Bewegung mit Stöcken durch ihre Diplomarbeit zu wissenschaftlicher Weihe verhalfen. Und „Walking“, da es sich quasi um Langlauf ohne Ski handelt. Tatsächlich halten sich viele Wintersportler auf diese Weise in der warmen Jahreszeit fit.

Doch auch wer sich im Winter keine Ski unter die Füße schnallt, kann vom Nordic Walking profitieren. Denn im Vergleich zum Joggen gilt das Gehen mit Stöcken als das bessere – und effektivere! – Ganzkörpertraining, es ist – richtig betrieben – gelenkschonender und stellt damit auch für gewichtigere Menschen die ideale „Einstiegsdroge“ zu mehr Bewegung und gesundheitlicher Aktivität dar. Nordic Walking eignet sich insofern auch ausgezeichnet für alle, die lange keinen Sport mehr getrieben haben, aber etwas für ihr Wohlbefinden tun wollen.

Voraussetzung dafür, dass Nordic Walking nicht zur Belastung für Rücken, Hüfte und Knie bzw. zu einem lustlosen Spaziergang wird, ist der richtige Bewegungsablauf. Wichtig ist zunächst, dass man den sogenannten Diagonalgang korrekt hinbekommt: Das heißt, es schwingen immer die gegenüberliegenden Extremitäten parallel, also linkes Bein mit rechtem Arm und umgekehrt. Außerdem sollte die Schrittlänge nicht zu groß, aber auch nicht zu klein sein. Fachleute empfehlen ferner darauf zu achten, beim Walken die Knie leicht gebeugt zu halten. Dagegen soll der Oberkörper nicht zu stark nach vorn gebeugt werden, aber auch nicht ins Hohlkreuz, sondern eher so als würde man einem starken Gegenwind trotzen. Dabei heißt es zugleich, in der Schulter nicht zu verkrampfen.

Aber keine Sorge, das hört sich beim Lesen schwieriger an, als es in der Realität ist, wenn man es von einem erfahrenen Trainer beim Start in die sportliche Welt des Nordic Walking gezeigt bekommt. Dann ist auch sichergestellt, dass das Gehen mit Stöcken seine vielfältigen positiven Auswirkungen entfalten kann und Sie nicht stattdessen „am Stock gehen“.

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